Stress im Beruf, Haushalt, Familie, sonstige Verpflichtungen und „Gedöns“. Wo soll da noch Zeit bleiben für Fitness und gesunde Ernährung?

Es gibt Phasen, da hat man einfach ganz besonders wenig Lust, sich mit Fitness zu beschäftigen. Und ich finde, manchmal macht es auch überhaupt keinen Sinn, sich zu sehr mit einem strikten Trainings- und Ernährungsplan unter Druck zu setzen. (das macht generell keinen Sinn, aber in bestimmten Situationen ganz besonders nicht)

Was kannst du tun, damit deine Ernährung nicht komplett aus dem Ruder läuft? Und wie ist das mit Training? Bringen kurze Workouts überhaupt was oder kannst du es dann auch direkt bleiben lassen?

Anderes darf auch wichtig sein

Ob eine anstrengende Projektphase im Endspurt, eine zeitaufwändige Fortbildung, eine Prüfungsphase, saisonbedingte „Peaks“ im Business oder auch ein Hausbau.

In diesen Momenten dürfen Konzentration und Fokus auch einfach mal woanders liegen. Und zwar ohne dass du dich dafür verurteilst oder dich rechtfertigen musst. Frisch kochen und Sport sind dann eben mal zweitrangig.

Stell dir vor, du bist auf einer nerven- und zeitraubenden Geschäftsreise mit wichtigen Abschlüssen und Entscheidungen. Du bist den ganzen Tag unterwegs und dein Kopf qualmt. Hast du da Kapazitäten frei für eine super gesunde, abwechslungsreiche, ausgewogene Ernährung und intensiven Sport, dass sich die Balken biegen?

Vielleicht kommt sogar noch eine Zeitverschiebung dazu, die deinen Körper aus der Bahn wirft. Das macht das Ganze nicht besser.

Ich rate dir davon ab, mit starker Ermüdung (z.B. aufgrund eines Jetlags oder eines langen Tages) ein anstrengendes Workout zu machen, das dich weiter ermüdet. Dein Körper hat seine Gründe, warum er dir das Signal „Ich will schlafen!“ sendet. (ich weiß wovon ich spreche – ich war über 10 Jahre weltweit als Flugbegleiterin unterwegs)

So sehr ich das auch immer wieder predige, wie wichtig deine Gesundheit, Fitness, Ernährung und Bewegung als Basis für alles weitere im Leben ist, dürfen andere Dinge auch mal Priorität haben.

Solange es nur phasenweise ist, tut das deiner Fitness keinen Abbruch.

Steht bei dir eine der o. g. Situationen an, mach bitte keine zu strenge Diät, wenn du nicht komplett am Rad drehen willst. Wenn du derart angespannt bist, viel mit dem Kopf arbeiten musst und deine Nerven strapaziert werden, dann quäle dich und deinen Körper nicht noch zusätzlich mit einer Diät. (von Diäten halte ich ja generell nicht viel)

Das soll jetzt kein Freifahrtschein für gedankenloses Essen, Faulheit aus Prinzip und Süßigkeiten in Massen sein.

Ich mag es ja aber ganz gerne, Dinge auch mal zu relativieren. Und diesen ganzen Druck und Stress aus dem Thema Fitness, Ernährung und Training rauszunehmen.

Welcher Typ bist du?

Das alles und wie du mit bestimmten Situationen umgehst, ist auch wieder typenabhängig. Wenn es dir gut tut, dich in anstrengenden, belastenden Phasen mit Sport auszupowern um auch den Kopf frei zu bekommen, mach das bitte unbedingt.

Aber ohne Druck. Denn den machst du dir vermutlich eh schon viel zu oft. Es geht also auch wieder vielmehr um deine mentale Einstellung.

Als ich im Jahr 2004 in meiner Abitur-Prüfungsphase war, habe ich parallel dazu für meinen Marathon trainiert (06.06.2004 in Duisburg). Mir hat das gut getan und es war eine willkommene Abwechslung. Es war aber auch langjähriges Hobby und ich habe mich damit nicht unter Druck gesetzt.

Vielleicht hätte mir im Abi etwas mehr Druck gut getan. Wäre ich nicht so lern-faul gewesen, hätte ich sicher eine bessere Note als 2,8 bekommen.

Also. Was ich immer wieder sagen will: take it easy! Wir sind hier nicht im Hochleistungssport unterwegs und du musst keinen Wettbewerb gewinnen.

Der Plan B – ist das was für dich?

Was machst du denn jetzt, wenn du wenig Zeit hast, aber trotzdem trainieren und auf deine Ernährung achten willst? Die Herausforderung ist, Alternativen zu finden.

Du könntest z. B. auf einen Plan B mit Mini-Trainingsprogramm und Tiefkühl-Gerichten zurückgreifen.

Ja, aber bringt ein Mini-Trainingsprogramm überhaupt was? Na klar. Vermutlich wirst du damit keine riesen Fortschritte machen, aber es ist besser als nichts zu tun.

Und hey – es geht immer darum zu wissen, was du willst. Und was zeitlich eben möglich ist. Wenn du z. B. gerade deinen nächsten Karrieresprung machst und dadurch im Job eingespannter bist als sonst, müssen andere Dinge eben mal hinten anstehen.

Das musst du für dich herausfinden, indem du in dich gehst und dich fragst, was du im Leben willst, welche Werte du hast und was du zum Glücklichsein brauchst.

Alternativen, wenn du wenig Zeit für Ernährung hast

Erstmal vorweg: be prepared! Organisation ist alles. Bereite deine stressigen Phasen vor, damit du es möglichst leicht hast.

Folgendes solltest du immer parat haben:

  • Tiefkühl-Vorräte: am besten selbst gekocht (immer etwas mehr kochen und dann einfrieren!) oder auch mal Fertiggerichte. Hier kann ich aus eigener Erfahrung Frosta empfehlen (unbezahlte Werbung).
  • gekochte Eier: sind nicht nur für zu Hause gut, sondern kannst du auch überall mit hinnehmen.
  • Obst: damit der Aufwand und damit die Hürde nicht so groß ist, am besten Obst, das du nur abwaschen musst (z.B. Apfel, Birne, Pfirsich, Nektarine, Trauben, Beeren) oder schnell „entkleidet“ hast (z.B. Banane).
    Bei Trockenobst wäre ich etwas vorsichtig, da man davon meistens mehr isst als von der frischen Variante und so mehr Zucker zu sich nimmt. Aber auch Trockenobst ist mal in Ordnung.
  • Naturjoghurt: kannst du super z. B. mit Beeren kombinieren (Beeren haben im Vergleich zu anderen Obstsorten wenig Zucker). Fertiger Fruchtjoghurt ist eher nicht so gut, denn der enthält meistens zu viel Zucker (einfach mal die Nährwerttabellen vergleichen).
  • Körniger Frischkäse: enthält viel Protein und wenig Fett und Kohlenhydrate. Kann man auch pur löffeln.
  • Gemüse: Cherrytomaten, Möhren, Radieschen, Gurke, Paprika, Kohlrabi etc. Das lässt sich auch wunderbar mit körnigem Frischkäse kombinieren – oder mit Kräuterquark.
  • Nüsse: aber nur ein paar, weil du sonst zu viel Fett zu dir nimmst (ja, auch „gutes Fett“ kann fett machen).

Vor- und Nachteile

Ein Vorteil vom Plan B ist, dass die Wahrscheinlichkeit geringer ist, mal eben nen Abstecher zum Fast Food Restaurant, zur Tankstelle oder sonst wo hin zu machen. Oder beim Seminar belegte Brötchen und Muffins zu essen.

Du nimmst deine Ernährung selbst in die Hand und egal wie lang der Tag mal wieder war, wie lange du im Auto sitzt und du keine Lust oder Zeit zum Kochen hast – du bist immer vorbereitet und wählst die gesündere Alternative.

Ein Nachteil ist, dass der Plan B dich dazu verleitet, IMMER auf ihn zurückzugreifen. D.h. auch wenn du Zeit zum frisch Kochen hast, nimmst du das Tiefkühl-Fertiggericht. Oder wenn du im Auto sitzt und der Hunger eigentlich noch erträglich ist, fängst du trotzdem an, Nüsse zu futtern.

Das gleiche gilt für Training und Bewegung. Hier solltest du als Plan B auch immer ein Mini-Programm parat haben. Z.B. für Tage an denen du nicht so viel Zeit oder auch mal nicht so viel Lust hast. Damit du wenigstens noch ein bisschen machst.

Es ist sehr verführerisch, dann IMMER zu sagen „Och, heute nur Plan B“. Hier kommt dann auch wieder Disziplin und Ehrlichkeit zu sich selbst ins Spiel.

Ein Plan B ist also nicht unbedingt für jeden geeignet, ich lege ihn dir aber trotzdem ans Herz, damit du vorbereitet bist und jede Situation gut meisterst.

Mein Fazit

Es gibt Situationen, in denen andere Dinge auch mal Vorrang haben. Es macht keinen Sinn, wenn du dich dann noch mit Fitness und Ernährung unter Druck setzt.

Mein Blogpost „Fit bleiben im Urlaub – was du unbedingt darüber wissen solltest“ ist in dem Zusammenhang sicher auch interessant für dich.

Solange du das Thema insgesamt auf dem Schirm hast und dich „unter’m Strich“ um deine Gesundheit kümmerst, ist alles gut.

Sollte es jedoch dauerhaft so sein, dass es dir unmöglich erscheint, Zeit für dich und deine Gesundheit zu haben, denke darüber nach, grundlegend etwas zu ändern. Wenn du z. B. 6 Tage die Woche jeweils 12-14 Stunden arbeitest und keine Zeit für Bewegung und Fitness hast, kann das auf Dauer nicht gut gehen.

Egal was du im Leben noch vor hast, ob beruflich oder privat. Eine stabile Gesundheit ist die Basis für alles.

Denke daran, dass Bewegung (und wenn es nur ein Spaziergang an der frischen Luft ist) oft auch helfen kann, stressige Phasen besser zu überstehen. Ob du dafür der Typ bist, kannst nur du selbst wissen.

Das Gleiche gilt für den Plan B. Er hat Vor- und Nachteile. Probiere es selber aus, wie du damit klarkommst. Wenn du ihn immer wieder als „Ausrede“ nimmst, ist er wohl eher nicht für dich geeignet. Hilft er dir dabei, auch bei knapper Zeit Sport zu machen und etwas Gesundes zu essen und fühlst du dich gut damit, dann ist er was für dich.

Wieviel Zeit kannst du wöchentlich für Fitness freischaufeln? Und hast du oft stressige Phasen im Leben?

Lass es mich in den Kommentaren wissen.

Du magst Diäten nicht, ziehst kein Fitnessprogramm lange durch und fühlst dich gestresst?

Dafür gibt es eine Lösung!

Hole dir jetzt den FitLife-StartGuide und lerne, auf welche Knackpunkte du achten musst.

Ja, ich will die Gratis-Tipps